Zur Umsetzung einer EU-Richtlinie werden ab 01.01.2019 Gutscheine in Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheine unterschieden. Hiermit sind Auswirkungen auf die Behandlung der Umsatzsteuer verbunden.

Einzweck-Gutscheine sind Gutscheine, bei denen der Ort der Leistung und der Umsatzsteuersatz feststehen. Einzweck-Gutscheine sind bei Ausgabe des Gutscheins direkt der Umsatzsteuer zu unterwerfen. D. h. bei Kauf des Gutscheins ist die Umsatzsteuer abzuführen.

Gutscheine, die diese Kriterien nicht erfüllen, also der Ort der Leistung und/oder der Steuersatz sind zum Zeitpunkt der Abgabe nicht bekannt, sind sogenannte Mehrzweck-Gutscheine.

Für diese Gutscheine ist nach wie vor eine Umsatzbesteuerung bei Einlösen des Gutscheins durchzuführen, Gutscheine werden vom Beschenkten häufig vergessen und nicht eingelöst. Die Umsatzsteuer wäre verloren. Außerdem wird es sich in der Praxis schwierig gestalten, verkaufte Gutscheine nachzuverfolgen. Ein Erlass des Bundesfinanzministeriums zur genauen Behandlung dieser Gutscheine steht noch aus.

Augenoptiker, die auch Hörgeräte verkaufen, sind hier im Vorteil. Reine Augenoptikbetriebe können Mehrzweck-Gutscheine ausgeben, wenn sie auch zu 7 % zu versteuernden Waren vertreiben. Der ermäßigte Steuersatz trifft auf verschiedene elektronische Lupen unterschiedlicher Hersteller zu.

Auch Betriebe, welche Nahrungsergänzungsmittel (z.B. Lutein) abgeben, führen Produkte mit unterschiedlichen MwSt. Sätzen.



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